Mosambik 2023 - Ein zahnärztlicher Hilfseinsatz mit Hindernissen

Wie schon so oft in der Vergangenheit sind wir auch dieses Jahr im Juli wieder Richtung Afrika aufgebrochen, um dort zahnärztliche Hilfe zu leisten. Mit im Team waren Dr. Wolfgang Henke, Margarete Henke und Hanne Kälbli. Unser Ziel sollte ein Kloster des Missionsordens CPS (Corpus preciosi sanguinis) sein. Die Schwestern dort haben uns schon im Juli 2019 ganz warmherzig empfangen und wir durften dort mit ihnen wohnen und den Alltag verbringen. Im benachbarten Krankenhaus waren wir damals schon zahnärztlich tätig und haben sehr viele Patienten mit teilweise abenteuerlichen Gebissen, massiv zerstörten Zähnen und starken Schmerzen behandelt.

So sollte es auch in diesem Jahr ablaufen. Allerdings hatten wir bereits im Vorfeld massive Schwierigkeiten, eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Bereits im Januar hatten wir begonnen, in verschiedenen Ministerien in Mosambik diese Arbeitsgenehmigung zu erhalten. Mit Hilfe zweier Schwestern, die unermüdlich monatelang mit den Ämtern gekämpft haben, hat es dann Ende Mai endlich geklappt: wir hatten die langersehnte Genehmigung. Dann musste alles sehr schnell gehen, weil wir – da wir nicht wussten, ob wir überhaupt nach Mosambik aufbrechen können – bis dato keine Vorbereitungen getroffen hatten. Letztendlich hat dann aber alles sehr gut geklappt und wir durften wieder großzügige Material- und Medikamentenspenden verschiedener Firmen und Organisationen in Empfang nehmen, um damit dann in Mosambik arbeiten zu können.

So sind wir also in Mosambik angekommen und haben mit unserer Arbeit begonnen. Und dann fing das Elend an: angeblich waren unsere Papiere nicht vollständig und somit unsere Arbeitsgenehmigung nicht gültig. Wir mussten unsere Arbeit abbrechen und haben mit Hilfe der Schwestern tagelang versucht, die dortigen Behörden davon zu überzeugen, dass alle Unterlagen vorliegen und es keinen Grund gibt, uns die zahnärztliche Tätigkeit zu verweigern. Leider blieben wir erfolglos. Was letztendlich hinter dieser ganzen Geschichte steckte, wissen wir nicht. Natürlich gibt es diverse Spekulationen und wir und die Schwestern in Mosambik werden der Sache nachgehen, damit wir es schaffen, dort arbeiten zu dürfen. Der Bedarf an zahnärztlicher Hilfe ist immens groß und deshalb kämpfen wir weiter, damit dieses Projekt Zukunft hat.

Um zumindest einen kleinen Beitrag zur Mundgesundheit in Mosambik zu leisten, haben wir mehrere Kindergärten besucht und dort die Kinder mit unseren mitgebrachten Zahnbürsten und Zahnpasten versorgt. Natürlich hat unsere Hanne sich wieder in ihr Clown-Kostüm geworfen und mit den Kindern das Zähneputzen geübt.

Neben unserer eigentlichen Mission, Zähne zu behandeln, haben wir natürlich auch wieder die Armut vor Ort gesehen. Wir haben viele Familien in ihren Strohhütten besucht und die Schwestern bei ihrer Arbeit zur Unterstützung der Menschen begleitet. So sind wir beispielsweise gemeinsam zum Einkaufen gefahren und haben das ganze Auto mit Milchpulver für Babys, Zucker und Reis beladen. Am nächsten Tag kamen die hungerleidenden Menschen in den Klosterhof und Schwester Elisabeth Heßdörfer, die sich seit 35 Jahren um die Bekämpfung der Armut und des Hungers kümmert, hat die Einkäufe an die Menschen verteilt. Allerdings nicht ohne Gegenleistung: die Menschen bekommen Lebensmittel und andere Dinge, die sie benötigen, wenn sie dafür arbeiten. So bringen sie zum Beispiel Gras für die Tiere, die im Kloster gehalten werden, und bekommen dafür dann ein Kilogramm Zucker. Natürlich wiegt das Gras den Wert des Zuckers nicht auf. Aber so haben die Menschen dort über die Zeit gelernt, dass ihnen Arbeit hilft, um grundsätzlich im Leben weiterzukommen. Dieses Konzept gefällt uns sehr gut und deshalb sammeln wir schon seit Jahren in unserer Praxis Altgold, um den Verkaufserlös des Goldes in das Kloster nach Mosambik zu schicken. Über die Jahre konnten wir etliche tausende Euro auf diesem Wege zur Unterstützung der Menschen nach Mosambik schicken und werden es auch weiterhin tun. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Sie, liebe Patientinnen und Patienten, für Ihre Mitwirkung durch Ihr Altgold!

Nun werden wir sehen, wie sich die Geschichte mit der Arbeitsgenehmigung weiterentwickelt. Wir geben nicht auf!

 

Herzliche Grüße,

 

Dr. Tina Killian